Ihr Lieben,
heute für Euch mein persönlicher Aufreger des Monats. Ich bin immer noch so pi-pa-perplex, das mir fast die Worte fehlen. Aber nur fast - und somit werde ich Euch berichten:
Es begab sich zu der Zeit als ich noch als Krankenschwester in einem Krankenhaus gearbeitet habe. Halbtags, da ich ja auch schon Mama von einem großen Herzenskind war. Alles war schön und gut, mir hat die Arbeit Spaß gemacht, der Großteil meiner Kollegen war ein Traum und auch mein Chef war einer von den Guten. Ich hatte einen Zeitvertrag, wobei mir aber schon die Verlängerung, evtl. sogar ein Festvertrag in Aussicht gestellt wurde. Dann wurde ich plötzlich schwanger. Überraschend, auch für mich und meinen Männe. Auch dies wurde aber verhältnismäßig gut am Arbeitsplatz aufgenommen. Einziges Manko: Mein Vertrag wurde NICHT verlängert, womit ich aber auch keinesfalls gerechnet hätte, mir war vollkommen klar, das man in dieser Situation höchstwahrscheinlich das Arbeitsverhältnis auslaufen lassen würde. So bin ich dann quasi einen Monat vor Beginn des Mutterschutzes arbeitslos geworden, konnte mich meinem Erstgeborenen & dem Nestbau widmen, die Füße hochlegen und der Dinge harren die da kommen.
So, jetzt drehen wir mal ein bißchen an der Uhr. Wir befinden uns im Hier und Jetzt. Mein Baby ist mittlerweile sieben Monate, wir haben uns langsam an das Familienleben mit zwei Rabauken gewöhnt und sind alle Mann aufeinander eingespielt.
Da klingelte vor ein paar Tagen das Telefon, besagter Chef war dran und fragte, ob ich Interesse hätte, mir in der Elternzeit ein bißchen Geld dazu zu verdienen. Woraufhin ich ihm antwortete, das ich prinzipiell gar nichts dagegen hätte, zwar noch voll stille, aber man das ja für Ende des Jahres ins Auge fassen könnte. Und dann fiel mir ein: "Ach nee, geht ja gar nicht - ELTERNZEIT!" Ich darf ja in der Elternzeit gar nix dazu verdienen, müsste fast jeden Euro an die Familienkasse abdrücken... Und so gerne ich auch arbeite und die Zeit mal für ein paar Stunden unter anderen Menschen verbringen würde - für lau? Nö. Ich schilderte ihm also die Situation und lehnte dankend ab. Sein Spruch dazu war dann nur:
"Heutzutage wird es den Leuten ja auch mehr als einfach gemacht, wenn ich für´s Nichtstun Geld bekommen würde, würde ich auch nicht arbeiten gehen."
Äh, bitte was? NICHTSTUN?? Ich war platt! Geht´s noch? Hat der überhaupt eine Ahnung, was dieses Nichtstun bedeutet? Spiegelt diese Antwort das Bild wider, welches viele Menschen von einer Hausfrau und Mutter haben?
Mal ganz im Ernst, ich habe seit sieben Monaten keine Nacht mehr als fünf Stunden geschlafen (NICHT am Stück), viele davon viiiiel weniger als das. Mein Tagesablauf dreht sich nur ums Kinder anziehen, waschen, putzen, hungrige Mäuler stopfen, entertainen, Windeln wechseln, Baby in den Schlaf wiegen, ggf. dabei schief singen, staubsaugen, vor lauter Müdigkeit gegen Türrahmen rennen, Betten machen, einkaufen, Wäsche waschen, Müll rausbringen, Kinder trösten, zwischendurch tonnenweise Schokolade essen (um die Nerven zu beruhigen), großes Kind in den KiGa bringen und wieder abholen, stillen, stillen, stillen, und, und, und... Und ganz ehrlich? Viele meiner "Aufgaben" des Nichtstuns schaffe ich oftmals gar nicht, so dass es im Haus aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, wenn der Mann von der Arbeit kommt. Inklusive mir. Ungeschminkt mit zerrupften Haaren und legerem (aber mega-unsexy) Ultraschlabberlook mit Milchflecken in Brusthöhe und Breiflecken an der Hose, Filzstiftspuren an den Händen, so das manchmal der Postbote schon erschrickt und sich heimlich fragt, ob er jetzt an der falschen Tür gelandet ist. Manchmal schaffe ich es ja noch nichtmal auf die Toilette und harre stundenlang aus, weil man mich einfach nicht lässt, ich es im Chaos vergesse oder das Klo gerade besetzt ist. O-Ton von meinem Großen: "Kannst Du mal rausgehen? Ich muß jetzt schietern. Achtung, ich leg los! 3,2,1...!"
Ja, meine Blase ist trainiert ohne Ende, das ist besser als jede Rückbildungsgymnastik. Und auch an mein nicht vorhandenes gutes Aussehen hab ich mich gewöhnt, man muß überall Abstriche machen.
Ich will mich auch gar nicht beklagen, denn ich liebe meine Leben so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen, mit all dem Chaos, dem Stress aber auch den feuchten Küssen und Umarmungen von meinen Kindern. Auch wenn ich in manchen Situationen nicht weiß ob ich lachen oder weinen soll. Zum Beispiel heute, als das Baby in einer unbeobachteten HALBEN Minute, als Mama schnell die neue Windel holen wollte, schön auf den Holzfußboden (ja, mit Rillen!) gekackt, sich dann augenscheinlich dreimal hin und her gewälzt und dann noch mal kräftig mit den Händen hineingelangt hat. Ja. Aber das ist ein anderes Thema. :)
Nur wenn mich dann einer des Nichtstun bezichtigt, werde ich sauer. So ein Alltag als Hausfrau ist wahrhaftig nicht nur Käffchen trinken und Talk-Shows gucken. Pah!
Hiermit verkünde ich hochoffiziell "NICHTSTUN" als mein ganz persönliches Unwort des Jahres. So. Und jetzt werde ich noch mal ausgiebigst demselbigen frönen und den Versuch starten, die Bude auf Vordermann bringen (heute übrigens ausnahmsweise in Jeans und mit Wimperntusche - da mein Kleinster nämlich um halb fünf die Nacht beendet hat, konnte ich das Herrichten meiner Selbst in den langen Morgen packen).
Herzensgrüße,
So, jetzt drehen wir mal ein bißchen an der Uhr. Wir befinden uns im Hier und Jetzt. Mein Baby ist mittlerweile sieben Monate, wir haben uns langsam an das Familienleben mit zwei Rabauken gewöhnt und sind alle Mann aufeinander eingespielt.
Da klingelte vor ein paar Tagen das Telefon, besagter Chef war dran und fragte, ob ich Interesse hätte, mir in der Elternzeit ein bißchen Geld dazu zu verdienen. Woraufhin ich ihm antwortete, das ich prinzipiell gar nichts dagegen hätte, zwar noch voll stille, aber man das ja für Ende des Jahres ins Auge fassen könnte. Und dann fiel mir ein: "Ach nee, geht ja gar nicht - ELTERNZEIT!" Ich darf ja in der Elternzeit gar nix dazu verdienen, müsste fast jeden Euro an die Familienkasse abdrücken... Und so gerne ich auch arbeite und die Zeit mal für ein paar Stunden unter anderen Menschen verbringen würde - für lau? Nö. Ich schilderte ihm also die Situation und lehnte dankend ab. Sein Spruch dazu war dann nur:
"Heutzutage wird es den Leuten ja auch mehr als einfach gemacht, wenn ich für´s Nichtstun Geld bekommen würde, würde ich auch nicht arbeiten gehen."
Äh, bitte was? NICHTSTUN?? Ich war platt! Geht´s noch? Hat der überhaupt eine Ahnung, was dieses Nichtstun bedeutet? Spiegelt diese Antwort das Bild wider, welches viele Menschen von einer Hausfrau und Mutter haben?
Mal ganz im Ernst, ich habe seit sieben Monaten keine Nacht mehr als fünf Stunden geschlafen (NICHT am Stück), viele davon viiiiel weniger als das. Mein Tagesablauf dreht sich nur ums Kinder anziehen, waschen, putzen, hungrige Mäuler stopfen, entertainen, Windeln wechseln, Baby in den Schlaf wiegen, ggf. dabei schief singen, staubsaugen, vor lauter Müdigkeit gegen Türrahmen rennen, Betten machen, einkaufen, Wäsche waschen, Müll rausbringen, Kinder trösten, zwischendurch tonnenweise Schokolade essen (um die Nerven zu beruhigen), großes Kind in den KiGa bringen und wieder abholen, stillen, stillen, stillen, und, und, und... Und ganz ehrlich? Viele meiner "Aufgaben" des Nichtstuns schaffe ich oftmals gar nicht, so dass es im Haus aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, wenn der Mann von der Arbeit kommt. Inklusive mir. Ungeschminkt mit zerrupften Haaren und legerem (aber mega-unsexy) Ultraschlabberlook mit Milchflecken in Brusthöhe und Breiflecken an der Hose, Filzstiftspuren an den Händen, so das manchmal der Postbote schon erschrickt und sich heimlich fragt, ob er jetzt an der falschen Tür gelandet ist. Manchmal schaffe ich es ja noch nichtmal auf die Toilette und harre stundenlang aus, weil man mich einfach nicht lässt, ich es im Chaos vergesse oder das Klo gerade besetzt ist. O-Ton von meinem Großen: "Kannst Du mal rausgehen? Ich muß jetzt schietern. Achtung, ich leg los! 3,2,1...!"
Ja, meine Blase ist trainiert ohne Ende, das ist besser als jede Rückbildungsgymnastik. Und auch an mein nicht vorhandenes gutes Aussehen hab ich mich gewöhnt, man muß überall Abstriche machen.
Ich will mich auch gar nicht beklagen, denn ich liebe meine Leben so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen, mit all dem Chaos, dem Stress aber auch den feuchten Küssen und Umarmungen von meinen Kindern. Auch wenn ich in manchen Situationen nicht weiß ob ich lachen oder weinen soll. Zum Beispiel heute, als das Baby in einer unbeobachteten HALBEN Minute, als Mama schnell die neue Windel holen wollte, schön auf den Holzfußboden (ja, mit Rillen!) gekackt, sich dann augenscheinlich dreimal hin und her gewälzt und dann noch mal kräftig mit den Händen hineingelangt hat. Ja. Aber das ist ein anderes Thema. :)
Nur wenn mich dann einer des Nichtstun bezichtigt, werde ich sauer. So ein Alltag als Hausfrau ist wahrhaftig nicht nur Käffchen trinken und Talk-Shows gucken. Pah!
Hiermit verkünde ich hochoffiziell "NICHTSTUN" als mein ganz persönliches Unwort des Jahres. So. Und jetzt werde ich noch mal ausgiebigst demselbigen frönen und den Versuch starten, die Bude auf Vordermann bringen (heute übrigens ausnahmsweise in Jeans und mit Wimperntusche - da mein Kleinster nämlich um halb fünf die Nacht beendet hat, konnte ich das Herrichten meiner Selbst in den langen Morgen packen).
Herzensgrüße,